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Ecuador / Guayaquil

In Ecuador liegt der Ort des Freiwilligendienstesin Guayaquil,der größten Stadt Ecuadors. Guayaquil liegt am Guayasriver etwa 50 km oberhalb von dessen Mündung in den Golf von Guayaquil. Im Großraum Guayaquil leben mehr als 3 Mio. Menschen. Damit ist Guayaquil deutlich größer als die Hauptstadt Quito.Das Klima in Guayaquil ist tropisch, also schwül-heiß.

Viele Familien in Ecuador können die Armut und den Hunger auf dem Land nicht mehr ertragen und hoffen auf ein besseres Leben in der Stadt Guayaquil. Sie haben aber oft keine Ausbildung, können nicht lesen und schreiben und sind damit praktisch chancenlos auf dem Arbeitsmarkt. Viele Familien leben in den zum Teil sumpfigen Gebieten am Stadtrand, unter unhygienischen, unzumutbaren und äußerst gefährlichen Bedingungen.

In Ecuador sind mindestens 53% der Kinder bereits Opfer häuslicher Gewalt durch ihre Eltern geworden. Auch viele Frauen machen leider gravierende Gewalterfahrungen durch Männer, deren Gewaltbereitschaft durch die Perpektivelosigkeit, durch Alkoholmissbrauch und durch die oft sehr beengten Wohnverhältnisse stark erhöht ist. Der Freiwilligendienst wird unter dem Dach von Hogar de Cristo stattfinden. Hogar de Cristo ist eine gemeinnützige Organisation, die von dem katholischen Jesuitenorden (Society of Jesus) geleitet wird. Hogar de Cristo unterstützt Prozesse nachhaltiger Entwicklung von und mit Ecuadorianern, die in extremer Armut, Angegriffenheit/Verletzlichkeit und Ausgrenzung leben.

Hogar de Cristo engagiert sich für die Menschen vor Ort durch zum Beispiel
folgende Dienste und Initiativen:
- Bereitstellung von Unterkünften und gesundem Wohnmilieu (Hausbauprojekt)
- Vorbeugung häuslicher Gewalt (Casa Hogar de Nazareth)
- Medizinische Versorgung
- Bildungsarbeit
- Vermittlung von Prinzipien und Werten
- Technisches Training und Handarbeitstraining
- Ernährungssicherung

Der Einsatzort der Freiwilligen wird im Casa de Acogida, Hogar de Nazareth sein.

Ein Gasthaus für Frauen und ihre Kinder, die Opfer von extremer Gewalt gewesen sind. Seit drei Jahren existiert das Haus. In Ecuador gibt es nur 5 Häuser dieser Art, wobei das Casa Hogar de Nazaret das größte ist und das einzige, das an der Küste liegt. Es beherbergt bis 120 Menschen. Durchschnittlich gibt es 16-18 Familien pro Monat. Die Frauen sind zwischen 18 und 32 Jahre alt, die Kinder zwischen 0-12 Jahre alt. Mädchen älter als 12 Jahre dürfen im Hogar de Nazaret wohnen aber nicht Jungs, die älter als 12 Jahre sind.
Beispiele für Ziele die während des maximal 4 Monate dauernden Aufenthaltes verfolgt werden:
- Es soll Frauen ermöglicht werden durch Gewalt verursachte psychosoziale Störungen zu verarbeiten und soziale und emotionale Bindungen wiederherzustellen.
- Kinder die vorübergehend im Frauenhaus leben, sollen körperliche und emotionale Erholung erlangen, welche die Entwicklung von verschiedenen Fertigkeiten miteinschließt.

Mögliche Einsatzbereiche von Freiwilligen wären:
Angebot von Workshops (Tanzen, Theater, Englisch, Computer, Frauen alphabetisieren, Freizeitaktivitäten organisieren...).
Darüber hinaus können sie anderen hauptamtlichen Kräften helfen und z.B einige Mütter zum Arzt oder zu anderen Orten begleiten.

Voraussetzungen die die Freiwilligen mitbringen sollten:
Sie sollten eine gewisse Empathie bzw. Liebe haben, um mit diesen Frauen und Kindern zu arbeiten. Sie sollten etwas Kreativität und Eigeninitiative mitbringen.
Spanischbasiskenntnisse wären wünschenswert. Eine christliche religiöse Orientierung ist nicht Voraussetzung.

Auf dem Bild die aktuellen hauptamtlichen Mitarbeiter und eine Freiwillige:
Maritza (Koordinatorin, Leiterin), Fany (Ernährungswissenschaftlerin), Priscila (Psychologin), Jessica (Psychologin, Freiwillige aus Kolumbien (ONG: AméricaSolidaria, 1 Jahr), Mónica (Erzieherin), Dani (Sozialarbeiterin), Margot (Rechtsanwältin), Luis Tavara (Stellvertretender Leiter Hogar de Cristo).